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...ausser es ist Corona.

Wie das Virus den Redaktionsprozess vom "Via" auf den Kopf stellte.
Wer schon mal ein Magazin auf die Beine gestellt hat, weiss: Eine gute Planung ist das A und O. Die Inhalte müssen zeitgerecht sein – auch wenn sie schon zwei Monate im Voraus produziert werden. Lange Vorlaufzeiten versus Aktualität: ein Balance-Akt, der immer mal wieder ins Wanken gerät.

Wiederkehrende saisonale Themen sind der Anker, an dem man sich festhalten kann. Oder aber spezielle Events, die verlässliche Fixpunkte in der Jahresplanung darstellen. 2020 war in dieser Hinsicht ein dankbares Jahr: Mit der Fussball-Europameisterschaft und der Olympiade in Tokio waren zwei Themenschwerpunkte bereits gesetzt. Die Eishockey-Europameisterschaft, das eidgenössische Jodlerfest und die Jugendolympiade wurden zum Anlass genommen, den Eventverkehr der SBB – ein logistischer Kraftakt – ausführlich zu beleuchten. Und als Auftakt ins Ceneri-Jahr – die Fertigstellung des neuen Basistunnels war auf den Herbst geplant – stand eine Wanderung auf der neu eröffneten Via del Ceneri auf dem Redaktionsplan.

Gesagt, getan: Anfang März waren das Interview mit dem bekannten Fussballkommentatoren Marcel Reif im Kasten, der Monte Ceneri eigenfüssig abgewandert und der vierseitige Bericht über Planung und Einsatz von Extrazügen und -personal bereits im Korrektorat. Das neue Coronavirus hatte zu dem Zeitpunkt bereits die Schweizer Grenze passiert und sollte bald auch in unseren Köpfen ankommen. Die allfällige Stornierung der Fussball-EM geisterte wochenlang wie ein Schatten durch die Medien, und wir fingen an, über Alternativen nachzudenken. Noch während wir überlegten, überschlugen sich die Ereignisse: Die Schweiz ging in den Lockdown – die EM für ein Jahr auf die Wartebank.

Erstens kommt es anders...
Innerhalb weniger Tage stürzte die gesamte Planung in sich zusammen. Nicht nur Fussball fiel 2020 aus, auch sämtliche anderen Veranstaltungen wurden abgesagt ... Statt mit zig Extrazügen fuhr die SBB mit halb leeren Wagen durch die Schweiz; Home Office hatte den Grossteil des Pendlerverkehrs lahmgelegt. Aus dem Nichts mussten wir ein Magazin mit neuen Themen füllen – in gewohntem Umfang und zum festgelegten Erscheinungsdatum. Keine leichte Aufgabe, wenn der Appell der Stunde «Bleiben Sie zu Hause» heisst. Unsere Devise: möglichst regional, möglichst einfach umsetzbar, so gut wie eh und je. Und es gelang.

...und zweitens als man denkt
In wenigen Wochen ein Magazin aus dem Boden zu stampfen, das auch qualitativ hält, was es verspricht, gibt ein gutes Gefühl. Flexibilität ist das neue Credo. So weit so gut, doch haben wir die Rechnung ohne den Kunden gemacht. Weitgehend leere Züge und Bahnhöfe bedeuten auch: keine Leserinnen und Leser. Ein Magazin herauszubringen, das ungelesen in den Boxen liegt oder in den Zügen hängt, macht wenig Sinn – selbst, wenn es schon fertig produziert ist. So blieb das «via» ungedruckt liegen.

Aufgeschoben statt aufgehoben
Immerhin: Wir haben nicht alles vergebens gemacht; vieles lässt sich auch zu einem späteren Zeitpunkt verwenden. Fussball wird – ganz sicher! – auch 2021 ein Thema sein und die EM in ihrer üblichen Form ausgetragen werden. Spätestens im gleichen Zeitrahmen dürfte der Eventverkehr wieder anrollen und massenweise Zugkundinnen und Kunden an die Austragungsorte grosser Sport- und Kulturveranstaltungen transportieren. Dachten wir. Denn die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Eine zweite Welle und einen Lockdown später sind wir kein bisschen weitergekommen mit der Themenplanung. Fussball-EM? Wohl schon, aber ohne Publikum. Eishockey-WM? Das Gleiche. Und das bedeutet: keine Reisenden, kein Eventverkehr. Aber nach dem Sommer, da wird es besser! Oder im Herbst. Spätestens an Weihnachten. Masken werden dann Geschichte sein. Könnten es sein. Wäre schön, wenn sie es wären. Bis dahin machen wir weiter und hoffen, wir setzen auf die richtigen Themen zur richtigen Zeit.

Denn wie gesagt: Wer schon mal ein Magazin auf die Beine gestellt hat, weiss: Eine gute Planung ist das A und O. Ausser es ist Corona. Doch auch das kriegen wir hin.

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